Am 16. Juni veranstaltete Tetra Pak einen Wissenschafts- und Innovationstalk mit Forschenden des Humanities Lab der Universität Lund. Die Veranstaltung bot faszinierende Einblicke, wie modernste Forschung und Technologien – etwa Eye-Tracking und Motion Capture – das Verpackungsdesign verbessern und die Nutzererfahrung optimieren können.
Dr. Frida Splendido, stellvertretende Direktorin des Humanities Lab, stellte das Labor als einzigartigen interdisziplinären Hub vor. Mit über 500 Quadratmetern Fläche und einem Team von 25 Fachleuten unterstützt das Labor die Zusammenarbeit mit akademischen Disziplinen und externen Partnern. „Wir vermitteln Technologie und Fachwissen, bieten Schulungen an und fungieren als Brücke zwischen Wissenschaft und Industrie“, erklärt Splendido.
Ein Beispiel für diese Zusammenarbeit ist die Nutzung von Beobachtungs- und Aufnahmestudios zur Analyse des menschlichen Verhaltens. „Nehmen wir an, Sie möchten verstehen, was bestimmte Verkaufsgespräche oder Brainstorming-Sitzungen effektiver macht“, sagt Splendido. „Sie können diese Szenarien in unseren Studios nachstellen und untersuchen, was wirklich im Raum passiert.“
Dr. Diederick Niehorster, Experte für Eye-Tracking, demonstrierte, wie diese Technologie zum Verständnis des Verbraucherverhaltens eingesetzt werden kann. Er erklärte den Unterschied zwischen bildschirmbasierten und tragbaren Eye-Trackern, wobei letztere Hightech-Brillen ähneln. „Stellen Sie sich einen Käufer in einem Supermarkt vor – was fällt ihm ins Auge? Welche Informationen beeinflussen seine Entscheidung? Für Verpackungsdesigner bieten tragbare Eye-Tracker wertvolle Einblicke in die Leistung von Produkten in realen Umgebungen“, sagt er.
Karin Marcovecchio, Lead User Experience Researcher bei Tetra Pak PS&E, sieht Eye-Tracking als eine interessante Methode zur Verbesserung ihrer aktuellen Arbeit – dem Entwerfen digitaler Anwendungen für unsere Kunden. „Wir müssen darauf achten, was die Nutzer tun, nicht was sie sagen“, sagt sie und zitiert dabei den User-Design-Forscher Don Norman.
Jonas Eklund, Experte für Designprototypen, berichtete über die Ergebnisse einer Studie, die von der Universität Cambridge und Unilever durchgeführt wurde. Die Studie untersuchte, wie Verpackungen in Online-Shops wahrgenommen werden. „Wenn man eine physische Verpackung in der Hand hält, bekommt man intuitiv ein Gefühl für ihre Größe. Online fehlt diese Information jedoch. Die klare Darstellung von Größenangaben ist daher von entscheidender Bedeutung“, so Eklund.
Eine weitere vorgestellte Technologie war Motion Capture. Sie nutzt optische Systeme und Präzisionskameras zur Verfolgung menschlicher Bewegungen. Forschungsingenieur Stefan Lindgren erklärte, wie diese Technik bei der Untersuchung von Kognition und Interaktion hilft. „Wir bringen Markierungen am Körper an und zeichnen Gesten und Bewegungen millimetergenau auf“, sagt er. Diese Technologie hat vielversprechende Anwendungsmöglichkeiten bei Tetra Pak, insbesondere in der Maschinen- und Softwareentwicklung. „Es ist oft schwierig, direktes Feedback von den Bedienern zu erhalten“, meint Marcovecchio. „Das kann daran liegen, dass Produktionsleiter nicht vollständig verstehen, was in der Fabrikhalle passiert. Motion Capture kann uns helfen, das tatsächliche Nutzerverhalten zu beobachten und daraus zu lernen. Das liefert uns wertvolle Daten für Designverbesserungen.“
Derzeit gibt es zwar kein aktives Projekt zwischen Tetra Pak und dem Humanities Lab, aber beide Seiten sind an einer zukünftigen Zusammenarbeit interessiert. „Das ist einer der Gründe, warum wir hier sind“, so Lindgren. „Wir sind immer auf der Suche nach spannenden Möglichkeiten zur Zusammenarbeit.“
Sehen Sie sich hier den Film mit Einblicken aus dem Humanities Lab vom 16. Juni an.
Sehen Sie sich hier den Film mit Einblicken aus dem Humanities Lab vom 16. Juni an.