Auf dem Weg zu Netto-Null: So können Sie bei der Produktion von Hafergetränken Energie und Wasser sparen und den Abfall verringern

Die Nachfrage der Verbraucher nach ökologisch verantwortungsvollen Lebensmitteln und Getränken nimmt weiter zu1. Produzenten sind daher auf der Suche nach Möglichkeiten, in ihren Betriebsabläufen Energie zu sparen, den Wasserverbrauch zu senken und Abfall zu minimieren. Dies trifft besonders auf Hersteller von Getränken auf Haferbasis zu, die sich unter Verbrauchern momentan größter Beliebtheit erfreuen. Durch Investitionen in die richtige Ausrüstung können der Energieverbrauch und das Abfallaufkommen im gesamten Produktionsprozess erheblich gesenkt werden.

Doch wo soll man beginnen? Die potenziellen Investitionen, die zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen erforderlich sind, mögen gewaltig erscheinen. Lilly Li, Sustainability Manager für Verarbeitungslösungen und -anlagen bei Tetra Pak, schlägt einen dreistufigen Ansatz vor: vermeiden, wiederverwenden und optimieren.2

„Energie und Wasser lassen sich am besten einsparen, wenn sie gar nicht erst verbraucht werden“, sagt Li. „Kann der Energie- und Wasserverbrauch nicht vermieden werden, ist eine Wiederverwendung gefragt. Auch die Optimierung der Effizienz hat positive Auswirkungen auf die Bewahrung von Ressourcen bei der Produktion von Hafergetränken.“

Vermeidung von unnötigem Ressourcenverbrauch

Laut Li liegt der Schlüssel hierbei im Einsatz der effizientesten Anlagen. Durch das In-Line-Mischen lassen sich beispielsweise der Energieverbrauch und damit verbundene Kohlendioxidemissionen um bis zu 20 % reduzieren. Der Wasserverbrauch kann sogar um bis zu 50 % gesenkt werden.3

Der Homogenisator übernimmt eine wichtige Rolle in einer Produktionslinie für Hafergetränke, denn er bestimmt die Stabilität, das Mundgefühl und das Aussehen des Produkts. Durch die Auswahl eines Homogenisators mit niedrigerem Druck lassen sich erhebliche Energieeinsparungen erzielen.

Funktionen wie die Hibernation – wenn Erhitzungsanlagen während der Standby-Phase des Sterilwasserumlaufs in einen Energiesparmodus umgeschaltet werden können – können den Dampf-, Wasser- und Stromverbrauch zwar auch erheblich reduzieren, die tatsächlichen Einsparungen hängen jedoch von der Linienkonzeption ab.

In Bezug auf die Nachhaltigkeitsziele von Tetra Pak für seine Best-Practice-Linien für Hafergetränke und andere Produkte sagt Li: „Wir unternehmen große Anstrengungen, wenn es darum geht, innovativ zu sein und unsere Anlagen, Linien und Lösungen effizienter zu gestalten. Ziel ist es, bis 2030 Wasserverbrauch, CO2-Ausstoß und Produktverluste im Vergleich zu 2019 um 50 % zu reduzieren.“ Diese Ziele stehen im Einklang mit den internationalen Vereinbarungen, die während des COP26-Klimagipfels getroffen wurden. Bis Mitte des Jahrhunderts sollen Netto-Null-Emissionen erreicht werden.

Wiederverwendung von genutzten Ressourcen

Bei der Getränkeproduktion lässt sich der Verbrauch von Ressourcen natürlich nicht komplett vermeiden. Doch Li sagt, dass die Implementierung von Lösungen zur Rückgewinnung von Wasser, Energie und Produktverlusten während der Produktion ein wesentlicher Bestandteil der Nachhaltigkeitsbilanz ist.

„Überall dort, wo im Prozess überschüssige Wärme oder Wasser anfällt, wie z. B. Kondensat aus dem Dampfsystem, besteht die Möglichkeit, sie bzw. es zurückzugewinnen und an anderer Stelle im Prozess wieder einzusetzen“, sagt Li. „Dies trifft manchmal auch auf Produktverluste zu.“

Li nennt die Reinigung als weiteren Bereich, in dem die Ressourcenrückgewinnung große Auswirkungen haben kann – und zwar sowohl beim Wasser als auch bei den für die Reinigung verwendeten Chemikalien.

„In einigen Anlagen verbraucht der Reinigungsprozess 60 bis 70 % des für die Produktion verwendeten Wassers“, erklärt Li. "Es gibt Möglichkeiten, den Wasserkreislauf zu schließen, das Spülwasser zu filtern und zu desinfizieren und es zur Wiederverwendung in die Wasserversorgung zurückzuführen."

Mehr Nachhaltigkeit durch Optimierung

Die Optimierung der Betriebsabläufe einer Anlage im Hinblick auf die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele beginnt mit der Bewertung des aktuellen Prozesses und der Identifizierung von Verbesserungsmöglichkeiten. Dazu gehören auch die Messung des Energie- und Wasserverbrauchs und der anschließende Vergleich der Ergebnisse mit Branchenstandards.

Die aufgedeckten Lücken zeigen, welche überarbeiteten Verfahren und Anlagen-Upgrades zur Schließung dieser Lücken benötigt werden. „Es ist so, als würde ein Patient zum Arzt gehen“, sagt Li. „Sie diagnostizieren das Problem und versuchen zu helfen, damit es dem Patienten wieder besser geht.“

„Besser“ heißt in der Regel, den Produktionsprozess zu rationalisieren und zu automatisieren. In einer UHT-Verarbeitungsanlage beispielsweise können durch die Kombination von Separieren, Standardisieren, Mischen und Wärmebehandlung in nur einen einzigen Schritt der Wasserverbrauch um 41 % und der Energieverbrauch um 29 % reduziert werden. Im Vergleich zu einer traditionellen UHT-Milchproduktion fällt auch die Kohlenstoffbilanz um 38 % kleiner aus.

„Diese neuen Technologien können den ökologischen Fußabdruck erheblich verringern und den Produktionsprozess wesentlich nachhaltiger gestalten“, so Li.

Ein letzter Schritt: Neutralisation

Wenn die Hersteller von Hafergetränken alle Möglichkeiten zur Vermeidung, Wiederverwendung und Optimierung ausgeschöpft haben, bleibt noch eine weitere Option, um Netto-Null-Emissionen zu erreichen: die Neutralisation der verbleibenden Emissionen, um die Ziele zu erreichen.

„Wir unterstützen unsere Kunden zum Beispiel bei der Dekarbonisierung ihrer Produktionsprozesse, indem sie Strom aus erneuerbaren Quellen anstelle von Wärmeenergie aus fossilen Brennstoffen verwenden“, sagt Li. „Wir helfen unseren Kunden auch, den Wasserkreislauf zu schließen, indem wir hocheffiziente Wasseraufbereitungsanlagen installieren und sauberes Wasser wieder der Natur zuführen.“

Li meint abschließend: „Wir wissen, dass viele Hersteller von Hafergetränken den Ehrgeiz haben, bei der Verbesserung der Nachhaltigkeit ihrer Betriebe eine Vorreiterrolle einzunehmen. Die gute Nachricht ist also, dass ihnen durch Vermeidung, Wiederverwendung, Optimierung und Neutralisierung wirklich viele Instrumente zur Verfügung stehen.“

1.
https://www.tetrapak.com/about-tetra-pak/news-and-events/newsarchive/consumers-rewire-priorities-and-take-action-on-environment-waste-and-health

2,3.
PS&E Sustainability-Deck, Sept. 2021, bereitgestellt von Tetra Pak (Lilly Li)

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