2019-01-30
RUSSLAND

Schulmilch fördert den Milchkonsum und verbessert den Gesundheitszustand in Russland

Die Herausforderung

In Russland sinkt der Verbrauch von Milch und Milchprodukten. 1989 lag der Milchverbrauch pro Kopf und Jahr bei 396 kg. 2016 war der Verbrauch 236 kg gesunken. Viele Kinder erhalten keine ausgewogene Ernährung mehr. Der Kalziumverbrauch beträgt nur die Hälfte der Referenzmenge. Die Finanzierung der Schulmahlzeiten ist ebenfalls eine Herausforderung und in vielen Fällen müssen die Eltern für die Kosten aufkommen. ​

Die Initiative

Um den Gesundheitszustand der Kinder zu verbessern und den Milchkonsum zu fördern, wurde 2005 die Schulmilch eingeführt, die inzwischen an 10% der russischen Schulkinder ausgegeben wird.  Im Jahr 2018 erhielten 1,3 Millionen Kinder in 18 der 85 Regionen Russlands Schulmilch. Jedes Jahr kommen neue Regionen hinzu. Für 2019 hat die Republik Chakassien das Programm neu aufgelegt und zehn weitere Regionen erwägen, neue Programme aufzulegen.  In den meisten Regionen werden die Klassen 1 bis 4, in einigen jedoch auch die Kinder höherer Klassenstufen versorgt. Schulmilch wird immer kostenlos ausgegeben und durch regionale oder kommunale Mittel finanziert.

Das Schulmilchmodell mit H-Milch garantiert Lebensmittelsicherheit und ermöglicht effiziente Verteilung ohne Kühlbedarf.  Die Molkereikunden von Tetra Pak liefern Schulmilch hauptsächlich in der Verpackung Tetra Brik® Aseptic 200 ml aus, einige jedoch auch in der Verpackung Tetra Classic® Aseptic 200 ml.

Die russische NGO Die Gesundheit unserer Kinder wirbt auf föderaler und regionaler Ebene für die Vorteile der Schulmahlzeiten . Die NGO führt diverse Veranstaltungen durch, darunter den Milchtag, Schulungen zu den Vorteilen von Milch sowie Wettbewerbe und Festivals.  Auch die Stakeholder werden über die Schulmilch-Website www.schoolmilk.info mit Informationen versorgt.

Positiver Effekt

Viele Regionen haben die Auswirkungen von auf Verbrauch und Kindergesundheit untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass der Verbrauch in Regionen mit Schulmilchversorgung höher liegt als der russische Durchschnitt. Die offizielle Milchkonsumstatistik von Rosstat wurde von der NGO „Die Gesundheit unserer Kinder” erstellt. Die Daten zeigen, dass die fünf mit Schulmilch versorgten Regionen mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch den russischen Gesamtdurchschnitt mit Werten zwischen 9 und 24 % übertrafen. In Udmurtien, der Region mit dem größten Schulmilchprogramm, lag der Pro-Kopf-Verbrauch um 13 % über dem Gesamtdurchschnitt. In der Region Leningrad lag der Pro-Kopf-Verbrauch 24 % über dem Gesamtdurchschnitt.

Schulmilch trägt zudem zur Verbesserung des Gesundheitszustands von Kindern bei. In der Region Woronesch gingen die Fälle von Störungen des Hormonsystems sowie von Ernährungs- und Stoffwechselstörungen im Zeitraum von 2011 bis 2013 um 29 % zurück. 2016 an der staatlichen medizinischen Universität Woronesch durchgeführte Untersuchungen ergaben, dass mit warmen Schulmahlzeiten und Schulmilch versorgte Kinder besser wachsen und weniger an chronischen Erkrankungen leiden.

In der Region Leningrad sank im Rahmen des Schulmilchprogramms zwischen 2005 und 2015 die Zahl der systemischen Erkrankungen bei Kindern um 11 %. In der Region Udmurtien stieg die Zahl gesunder Kinder zwischen 2006 und 2012 um 4,5 %.

„Das russische Schulmilchprogramm wird von den russischen Behörden, Milcherzeugern und öffentlichen Organisationen unterstützt. Dank dieser Synergien wird es seit 13 Jahren erfolgreich umgesetzt.  Letztes Jahr haben die am Programm teilnehmenden Kinder in der Schule fast 50.000 Tonnen lokal produzierter Milch konsumiert.”

Olga Panova, Chief Executive der Organisation „The Health of Our Children“ (Die Gesundheit unserer Kinder).​

Blick in die Zukunft

Es werden Anstrengungen unternommen, die Nachhaltigkeit des Programms zu fördern. Dazu werden Verordnungen erlassen, die die Versorgung mit Schulmilchpflicht für alle Regionen verbindlich vorsehen.  Das Landwirtschaftskomitee der Staatsduma hat Änderungen an der Bildungsgesetzgebung vorgeschlagen, die alle Region zur Versorgung mit Schulmilch verpflichtet.  Ein Bundesgesetz zur Ernährung von Kindern soll 2019 verabschiedet werden und ein neues Gesetz über zur sozialen Versorgung wird Standards für Schulkost und Ernährung enthalten.

Da die positiven Auswirkungen auf den Verbrauch und die Kindergesundheit immer deutlicher belegt werden können, wird die Schulmilch in immer mehr Regionen eingeführt.  Die positiven russischen Erfahrungen werden auch an viele andere Ländern weitergegeben, die Schulspeisungsprogramme einführen und weiterentwickeln möchten.

Schulkinder in Russland