Bei der flexiblen Produktion von gekühlten Produkten mit längerer Haltbarkeit (Extended Shelf Life, ESL) geht nichts über die Wärmebehandlung (High Heat Treatment, HHT). Im Gegensatz zu anderen Optionen, die die Haltbarkeit verlängern, bietet HHT das Potenzial für eine größere Palette von ESL-Milchprodukten als nur herkömmliche Konsummilch. Und das ist nur der Anfang. Mit den richtigen Technologien und einer optimalen Konfiguration kann HHT die Tür zu einer optimierten Lösung für die Verarbeitung von ESL- und UHT-Produkten sowie weiteren Produkten auf derselben Linie öffnen.
Hier sind einige der Überlegungen, die Sie bei der Planung Ihrer flexiblen ESL-Linienlösung berücksichtigen sollten:
Bevor Sie jedoch die richtige Lösung finden können, müssen Sie zunächst definieren, was „flexible Produktion“ für Ihren Markt genau bedeutet. Keine Molkerei gleicht der anderen, und die Anforderungen an die Flexibilität können sich von Betrieb zu Betrieb erheblich unterscheiden. Einige Molkereien konzentrieren sich beispielsweise auf die Herstellung einer Vielzahl von ESL-Produkten für den gekühlten Vertrieb: Konsummilch, laktosefreie und aromatisierte Milch. Andere möchten möglicherweise UHT-Produkte zu ihrer bestehenden ESL-Produktpalette hinzufügen (oder umgekehrt).
Um die Grenzen des Machbaren festzulegen und die geeigneten technologischen Lösungen zu ermitteln, ist es unerlässlich, die gewünschten Eigenschaften und Qualitätsanforderungen Ihrer Produkte zu verstehen. Der Schwerpunkt liegt größtenteils auf der Auswahl der geeigneten Wärmebehandlung für Ihre Bedürfnisse. Darüber hinaus müssen aber auch nachgeschaltete Anforderungen berücksichtigt werden, darunter Lagerung, Transfer und möglicherweise separate Abfüll- und Verpackungslinien.
Wenn es darum geht, hochwertige ESL-Milchprodukte herzustellen, ist unsere typische Empfehlung die direkte Wärmebehandlung. Sie bietet eine geringe Wärmebelastung, die sowohl die sensorischen Eigenschaften als auch die Nährwerte von Konsummilch bewahrt. Bei Sahneprodukten, die empfindlich auf die mechanische Scherung eines indirekten Heizsystems reagieren, bietet eine Direktheizlösung die beste Qualitätssicherung.
Darüber hinaus eignet sich die direkte Erhitzung besonders für hitzeempfindliche oder hitzeunbeständige Produkte, wie beispielsweise laktosefreie Milch, oder für die Verarbeitung von Produkten mit unterschiedlichen Viskositäten. Das Verfahren ist auch die erste Wahl für die Verarbeitung von Produkten auf pflanzlicher Basis, insbesondere für Hersteller, die Milch- und Nicht-Milchgetränke auf derselben Produktionslinie verarbeiten wollen. Durch direkte Erhitzung können sogar längere Produktionsläufe und damit eine höhere Produktionsleistung erzielt werden.
Die indirekte Wärmebehandlung kann die gleichen Möglichkeiten für eine lange Haltbarkeit bieten wie die direkte Wärmebehandlung – jedoch mit niedrigeren Betriebskosten. Die niedrigeren Betriebskosten sind der Hauptgrund dafür, dass Molkereien sich für diese Option entscheiden. Bei einer Optimierung für ESL-Milch kann die Wärmebelastung auf einem Niveau gehalten werden, das nur geringfügig höher ist als ein typisches Direktsystem – jedoch mit deutlich geringerem Energieverbrauch.
Indirekte Systeme können außerdem so konzipiert werden, dass sie flexible Möglichkeiten für die gekühlte und ungekühlte Distribution bieten, wenn die Viskosität der betreffenden Produkte nur gering variiert. Während ein für die UHT-Behandlung optimiertes Design die Wärmebelastung von ESL-Produkten erhöht, ist erhöhte Belastung in der Regel kein Problem für Anwendungen wie aromatisierte Milch.
Darüber hinaus gibt es einige Anwendungen, z. B. Trinkjoghurt oder Produkte mit größeren Partikeln, bei denen keine direkte Erhitzung verwendet werden kann. Wenn diese Produkte Teil Ihres Portfolios sind oder zukünftig sein könnten, benötigen Sie die Möglichkeit einer indirekten Behandlung.
Was wäre, wenn Verbraucher sowohl eine hochwertige Premium-Konsummilch als auch aromatisierte Trinkjoghurts verlangen? In der Vergangenheit wären dafür Mehrfachinvestitionen in zwei komplette Linien angefallen. Heute bietet die Tetra Pak® Direct UHT-Anlage das Beste aus beiden Welten – mit der Multimodus-Option zum Umschalten zwischen direkter und indirekter Erhitzung. Dadurch bietet sie ultimative Flexibilität für eine Vielzahl von Produkten und ermöglicht so die geringstmögliche TCO.
Der Kapazitätsbedarf wird sich im Laufe der Zeit mit dem Wachstum Ihres Unternehmens verändern und kann auch von Produkt zu Produkt erheblich variieren. Beispielsweise können Sie eine beträchtliche Menge der bekanntesten Produkte Ihrer Marke produzieren, während neue Innovationen zunächst in kleineren Chargen hergestellt werden. Eine flexible Linie bedeutet, beides verarbeiten zu können.
Deshalb entwickeln wir UHT-Anlagen mit variabler Kapazität. Das Direktsystem kann mit 50 % der Auslegungskapazität betrieben werden, während dies beim indirekten System nur 30 % sein können. Die Reduzierung der Kapazität führt zu einer erhöhten Wärmebelastung des Produkts. In vielen Fällen überwiegt jedoch der Vorteil der flexiblen Kapazität die Effizienzverluste.
Selbstverständlich geht es bei der Flexibilisierung Ihres Betriebs um weit mehr als nur um die Wahl der Erhitzungslösung. Unterschiedliche Produkte erfordern unterschiedliche Verarbeitungsanforderungen, die unterschiedliche Überlegungen und unterschiedliche Arten von Anlagen erfordern. Einfach ausgedrückt: Die Aufnahme eines neuen Produkts in Ihr Portfolio erhöht fast immer die Komplexität Ihres Sortiments.
Wir arbeiten mit Ihnen zusammen, um innovative Wege zu finden, diese Komplexität zu reduzieren – ohne Ihre Flexibilität einzuschränken. Beispielsweise ermöglicht unsere OneStep-Technologie mit In-Line-Mischen die Verarbeitung einer größeren Anzahl von Zutaten bei gleichzeitiger Reduzierung des Bedarfs an Zwischenlagertanks. Das In-Line-Mischen kann daher die Tür zu einem breiteren Sortiment aromatisierter oder funktioneller Produkte öffnen – mit einem geringeren Platzbedarf und niedrigeren betrieblichen Kosten als herkömmliche Lösungen.
Letztendlich werden die Grenzen Ihrer Lösung nicht durch die bloße Anzahl der verschiedenen Produkte bestimmt, die Sie herstellen möchten. Was Sie tun können und was nicht, hängt von den technischen Anforderungen Ihrer komplexesten Produkte ab – und von den Kompromissen, die Sie möglicherweise für Ihre anderen Produkte oder für die betriebliche Effizienz eingehen müssen.
Aus diesen Gründen kann es von Vorteil sein, mit einem Lieferanten zusammenzuarbeiten, der sowohl die erforderliche Technologie als auch umfassendes Fachwissen in der Lebensmittelverarbeitung bereitstellen kann. Bei Tetra Pak verfügen wir über jahrzehntelange Erfahrung mit einer breiten Palette von Produkten und verstehen daher die Herausforderungen, die verschiedene Anwendungen mit sich bringen können. Gemeinsam können wir Ihnen helfen, eine Linie zu entwerfen, die die Produktqualität und die Haltbarkeitsziele für Ihr ESL-Angebot unterstützt – und weit mehr.