27. August 2026
Insbesondere die Beschaffung von Rohstoffen – die Art und der Ort ihrer Herstellung – kann mit ökologischen und sozialen Risiken sowie Risiken in der Lieferkette verbunden sein. Durch mehr Transparenz in den verschiedenen Phasen einer Wertschöpfungskette können Unternehmen diese Risiken besser verstehen und bewältigen. Gleichzeitig können sie durch verbesserte Praktiken bei der Beschaffung, größere Resilienz1 und eine stärkere Fähigkeit, Störungen vorherzusehen und auf sie zu reagieren, auch operativen Mehrwert schaffen.
Rückverfolgbarkeit ist ein wirkungsvolles Instrument zur Verfolgung des Weges von Materialien durch komplexe Lieferketten. Sie steht im Mittelpunkt des Approach to Nature von Tetra Pak – unserem Standard für die gesamte Wertschöpfungskette , mit dem wir einen positiven Beitrag zur Eindämmung und Vermeidung des Verlusts natürlicher Lebensräume leisten.
Um potenzielle Risiken und Auswirkungen der Wertschöpfungskette besser zu verstehen und zu bewältigen, achten wir besonders auf Materialien mit erheblicher Landnutzung, wie etwa Materialien auf Papierbasis, Polymere und Aluminiumfolie.
Elisa Bauer, Nature Manager bei Tetra Pak, erklärt:

Elisa Bauer, Nature Manager bei Tetra Pak
Auch gesetzliche Bestimmungen wie die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) erhöhen die Erwartungen an die Rückverfolgbarkeit. Die EUDR soll dazu beitragen, dass bestimmte Rohstoffe und Produkte, die auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht oder aus diesem exportiert werden, nicht mit Entwaldung oder Waldschädigung verbunden sind. Die Erfüllung dieser Erwartung hängt vom Zugang zu zuverlässigen Informationen über die Herkunft von Materialien und davon ab, wie Risiken bewertet und gehandhabt werden.
Die Verfolgung eines Produkts von der Quelle – einschließlich Beschaffungsorte von Materialien, der Hersteller und aller Zwischen- oder Unterlieferanten – ermöglicht es uns, Produktvolumen mit bestimmten Merkmalen von Lieferanten und/oder Produktionsstätten zu verknüpfen. Dadurch wissen wir, wie die Materialien hergestellt wurden und woher sie stammen. Das hilft uns weiter dabei, mögliche Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschenrechte zu erkennen, zu verhindern und zu mindern.
Durch den Ausbau der Möglichkeiten zur Rückverfolgbarkeit können Unternehmen besser einschätzen, inwieweit sie Herausforderungen wie Dürren, dem Verlust der Artenvielfalt, der Entwaldung und Umwandlung (dem Verlust natürlicher Ökosysteme zugunsten anderer Landnutzungen), geopolitischen Störungen oder menschenrechtsbezogenen Problemen ausgesetzt sind. Dies kann im Falle von Störungen schnellere und gezieltere Reaktionen unterstützen, zur Sicherung der Versorgungskontinuität beitragen und informierte Entscheidungen ermöglichen.
Erweitertes und kontextualisiertes Wissen ist zudem grundlegend, um die Beziehungen zu Lieferanten zu stärken, die betriebliche Effizienz zu verbessern und zu widerstandsfähigeren Systemen beizutragen. Diese Verbesserungen können Mehrwert in der gesamten Lieferkette schaffen, eine größere Transparenz und Zusammenarbeit in vorgelagerten Bereichen ermöglichen und die Kunden von Tetra Pak zugleich bei ihren Beschaffungs- und Nachhaltigkeitszielen unterstützen.
Rückverfolgbarkeit bietet wertvolle Einblicke in Lieferketten. Ihre Umsetzung erfordert jedoch die Zusammenarbeit vieler Akteure und Systeme. Zertifizierungen, die Einbindung von Lieferanten und der Zugang zu zuverlässigen Herkunftsinformationen tragen dazu bei, die Transparenz zu schaffen, die erforderlich ist, um Praktiken in der Beschaffung besser zu verstehen und Risiken in der Wertschöpfungskette zu kontrollieren.
Die Zertifizierung spielt eine wichtige Rolle bei der Überprüfung von Materialeigenschaften und der Unterstützung einer verantwortungsvollen Beschaffung2. Ein Eckpfeiler unseres Approach to Nature ist unser kontinuierliches Engagement für eine enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und der Ausbau unserer langjährigen Partnerschaften mit anerkannten Organisationen wie dem Forest Stewardship Council™ (FSC™)3 für Materialien auf Papierbasis, Bonsucro4 für pflanzenbasierte Polymere und der Aluminium Stewardship Initiative (ASI) für Aluminium5.
Die heute immer komplexer werdende Nachhaltigkeitslandschaft erfordert jedoch, dass Unternehmen diese Initiativen durch eine stärkere eigene Sorgfaltspflicht und Überprüfung ergänzen. „Zertifizierung ist ein Kernelement des Sorgfaltspflicht-Ansatzes in unserer vorgelagerten Wertschöpfungskette“, sagt Elisa. „Rückverfolgbarkeit hilft uns, noch einen Schritt weiterzugehen und eigene Kontrollen durchzuführen.“
Im Rahmen der Initiative „Join Us in Protecting the Planet“ (JUIPP) von Tetra Pak arbeiten wir gemeinsam mit den teilnehmenden Lieferanten daran, immer detailliertere Herkunftsinformationen für die Materialien unserer Beschaffung zu sammeln. „Jedes Jahr befragen wir die betreffenden Lieferanten bezüglich ihrer Beschaffungsstandorte und bewerten sie entsprechend. Je detaillierter die Daten sind, desto höher fällt die Bewertung aus.“
Wir erzielen eine zunehmend höhere Detailgenauigkeit6 und beabsichtigen, Materialien auf Papierbasis, pflanzenbasierte Polymere und Aluminiumfolie, die wir von Standorten mit hoher Priorität beziehen, bis 2027 bis zu ihrer ursprünglichen Produktionseinheit oder Beschaffungsregion rückverfolgbar zu machen.
Diese Informationen werden gezieltere Bewertungen und Überprüfungen in Regionen mit höherem Risiko unterstützen, wobei der Schwerpunkt auf entwaldungsfreien Quellen liegt.
„Wir sind nicht vollständiger Eigentümer aller Daten. Deshalb sind wir darauf angewiesen, dass diese von anderen Akteuren in der Wertschöpfungskette zur Verfügung gestellt werden“, fährt Elisa fort.