Lebensmittel und Getränke wie Milch, Saft und Alternativen auf pflanzlicher Basis sind leicht verderblich und haben eine kürzere Haltbarkeit als viele andere Lebensmittel. Für die Lebensmittelindustrie wird es immer wichtiger, die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig dazu beizutragen, Lebensmittelverlust und -verschwendung zu verringern sowie die Kohlenstoffbilanz der Lebensmittelwertschöpfungskette zu verbessern.
Etwas ist aseptisch, wenn es keine mikrobiologischen Verunreinigungen aufweist. Aseptische Verpackungssysteme können flüssige verderbliche Lebensmittel über Monate hinweg ohne Kühlung oder Konservierungsstoffe sicher und ohne Geschmacksverlust aufbewahren und dabei Farbe, Konsistenz, Aroma und Nährwert erhalten.
Unsere aseptischen Verarbeitungs- und Verpackungslösungen machen Lebensmittel über große Entfernungen sicher für Verbraucher verfügbar und tragen auf diese Weise dazu bei, verderbliche Lebensmittel zu schützen, ihre Haltbarkeit zu verlängern und den Zugang zu sicherer Ernährung zu verbessern. 2025 erhielten 68 Millionen Kinder in 52 Ländern nahrhafte Getränke in Tetra Pak Verpackungen über Schulernährungsprogramme, auch in Gemeinden mit begrenzter Kühlungsinfrastruktur.
In einer Zeit, in der mehr als ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel verloren geht oder verschwendet wird1, wird die Verlängerung der Haltbarkeit und der Schutz verderblicher Lebensmittel immer wichtiger. Heute werden in der EU jedes Jahr 154 Milliarden Liter verderbliche flüssige Lebensmittel wie Säfte, Milch und pflanzliche Alternativen konsumiert2 – das sind etwa 300 Liter pro Person. Die Branche setzt für etwa 59 % der Säfte, 75 % der Milch und einen Großteil der Milchalternativen in der EU auf Getränkekartons.3 Ohne aseptische Verarbeitung und Verpackung darf die Kühlkette für verderbliche Lebensmittel nicht unterbrochen werden. In jedem Fall aber ist die Haltbarkeit kürzer.
Die europäischen Entscheidungsträger haben kürzlich die Gesetzgebung für die Verpackung von Lebensmitteln dieser Art gemäß den Zielen des European Green Deal4 überarbeitet, um die Lebensmittelsysteme nachhaltig und widerstandsfähig zu machen und gleichzeitig die Reduzierung von Lebensmittelverlusten und -verschwendung sowie die Verbesserung der Kohlenstoffbilanz zu unterstützen.
Diese Überarbeitung konzentriert sich auf die Reduzierung von Verpackungsverschwendung, die verstärkte Wiederverwendung und das Recycling von Verpackungen sowie die Verwendung von recyceltem Kunststoff in Verpackungen in Übereinstimmung mit dem EU Circular Economy Action Plan und den Zielen des European Green Deal. Bis 2030 sollten alle in der EU auf den Markt gebrachten Verpackungen entweder recycelbar oder wiederverwendbar sein.
Um mehr über die ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Verpackung verderblicher flüssiger Lebensmittel in wiederverwertbaren aseptischen Getränkekartons im Vergleich zu wiederverwendbaren Verpackungsalternativen zu erfahren, haben wir das Beratungsunternehmen Steward Redqueen gebeten, Vergleichsstudien für Milch und Orangensaft durchzuführen. Diese Studien stützten sich auf Daten aus sechs großen europäischen Märkten.
Im Falle von Milch ergab die Studie, dass die Umstellung von aseptischen Getränkekartons auf wiederverwendbare Verpackungsalternativen zu erhöhten CO2-Emissionen, höheren Milchpreisen für die Verbraucher und wirtschaftlichen Verlusten in der gesamten Wertschöpfungskette, auch für die Landwirte, führen könnte. Hier klicken zum Herunterladen der Studie.
Die Studie über Orangensaft kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass die Umstellung auch die CO2-Emissionen und die Verbraucherpreise erhöhen könnte, was zu einem Rückgang des Orangensaftverbrauchs und einem Schrumpfen des Marktes führen könnte.
Bei der Produktion von Säften sorgt der aseptische Prozess der Wärmebehandlung, Abfüllung und Verpackung beim Lebensmittelhersteller dafür, dass von der Vertriebskette bis zum Verzehr keine schädlichen Mikroorganismen auftreten5.
Dies trägt dazu bei, die Haltbarkeit verderblicher Lebensmittel und Getränke zu verlängern und Verluste und Verschwendung zu minimieren.
1 Save One Third. (o. J.). Abgerufen von http://www.saveonethird.org.
2 Kennzahlen zur europäischen Lebensmittelkette, Eurostat, 2021
3 2018 Liquid Fruit Market Report, AIJN, 2018; Impact assessment study of an EU-wide collection for recycling target of beverage cartons, ACE, 2022;
4 A European Green Deal, EU-Kommission, 2019
5 Tetra Pak Orange Book.
6 Extended shelf life milk-advances in technology, Rysstad and Kolstad, 2006.
7 Growth of food-borne pathogens Listeria and Salmonella and sporeforming Paenibacillus and Bacillus in commercial plant-based milk alternatives, Klaudia Bartula, Máire Begley, Noémie Latour, Michael Callanan, FOOD MICROBIOLOGY, 2023.
8 Eurostat, ‚Food waste per capita in the EU remained stable in 2021’.
9 Supporting evidence –Environmental performance of beverage cartons, Circular Analytics, 2020.
10 Die Kreislaufwirtschaft ist ein Systemlösungs-Framework zur Lösung globaler Herausforderungen wie den Klimawandel, den Verlust der Biodiversität, das Abfallproblem und die Umweltverschmutzung. – Ellen MacArthur