2021-06-24

Schnelle Lerner

Frau, die am Schreibtisch Notizen macht

Kontinuierliche Weiterbildung und Entwicklung sind ein Eckpfeiler unserer Vielfältigkeitsstrategie. Claudia Rais, Director Learning Transformation, und Kristian Åsberg, Director Learning and Organisation, erklären, wie wir unseren Kolleginnen und Kollegen auch während der COVID-19-Pandemie Weiterbildungsmöglichkeiten bieten konnten, indem wir unseren Wechsel zum virtuellen Lernen beschleunigt haben. 

Rais: „Das Besondere an den Weiterbildungsmaßnahmen für 2020 war der neue Lehrplan für Führungskräfte. Wir hatten vor, einen großen Teil davon digital bereitzustellen, unterstützt durch einige Präsenzkomponenten für Managementteams. Zum Glück hatten wir bereits vor der Pandemie in die Einführung der neuen Schulungsplattform investiert und konnten so mit minimalen Verzögerungen auf die digitale Bereitstellung aller Komponenten umstellen.“

„Tatsächlich war die Schulungsplattform schon immer als Basis für die langfristige Umstellung unserer Schulungsmethoden gedacht. Wir wollten weg von dem veralteten Modell, bei dem die Mitarbeiter aufgrund mehrwöchiger Schulungen abwesend sind. Unser Ziel war ein nachhaltigeres, mitarbeiterorientiertes Schulungsverfahren, das personalisiertes Lernen, Entdecken, persönliche Lernwege und die Zusammenarbeit einbezieht.“ 

„Auf der Schulungsplattform können viele Inhalte bereitgestellt werden. Die Mitarbeiter haben die Möglichkeit, ihre Weiterbildung auf ihre Interessengebiete auszurichten. Wir möchten, dass die Mitarbeiter nicht einfach nur ihre Pflichtschulungen absolvieren, sondern stattdessen mit Begeisterung und Engagement die Verantwortung für ihr Lernen übernehmen. Die Schulungsplattform schlägt Inhalte auf Basis der Ziele und Interessen der Mitarbeiter vor. Darüber hinaus wird es Lerngruppen und Communitys geben, in denen die Teilnehmer voneinander lernen können, unterstützt von Fach- und Schulungsexperten. Natürlich werden einige Schulungen (z. B. Compliance-Schulungen) weiterhin obligatorisch sein. Insgesamt gehen wir jedoch davon aus, dass die Lernenden ihren ganz persönlichen Lernweg durchlaufen werden.“ 

„Die Verlagerung des gesamten Lehrplans für Führungskräfte auf die Schulungsplattform hat sicherlich dazu beigetragen, diesen Weg zu beschleunigen. Es war toll zu sehen, dass neben den Leadership-Programmen auch Wahlmodule rund um Nachhaltigkeit und andere Themen gut angenommen wurden. Da immer mehr Mitarbeiter die Schulungsplattform nutzen und weitere Inhaltsportfolios entwickelt werden, erwarten wir, dass sich das selbstbestimmte Lernen durchsetzen wird.“

Åsberg: „Es war ein Glücksfall, dass wir bereits eine starke Lerninfrastruktur hatten, als COVID-19 unsere Bereitstellungspläne für 2020 durchkreuzte. Die Schulungsplattform war bereits vorinstalliert und wir hatten uns für die Nutzung digitaler Schulungsressourcen von LinkedIn registriert und zudem umfangreich in ‚Train the Trainer‘-Kurse investiert. Dadurch konnten wir schnell reagieren und Lernunterbrechungen minimieren.“ 

„Als die Pandemie ausbrach, befanden wir uns in der Anfangsphase der Digitalisierung des Lernens. Daher verfügten wir neben fast 600 Kursen von Schulungsleitern und 300 Schulungsprogrammen und Zertifizierungen bereits über rund 500 ergänzende E-Learning-Module. Nachdem zu Beginn alle davon ausgegangen waren, dass es sich nur um eine kurze Störung handeln würde, hielten wir es für sinnvoll, kurzfristige Maßnahmen zu ergreifen, um unseren Schulungsplan einzuhalten. Dazu gehörten beispielsweise von Schulungsleitern geführte WebEx-Kurse. Als klar wurde, dass sich die Situation nicht so schnell wieder normalisieren würde, erkannten wir, dass dies eine echte Chance sein könnte, die Einstellung der Mitarbeiter zu Schulungen zu verändern.“

„Wir hatten einen dringenden Anlass, unsere Schulungen in Form von E-Learning-Modulen für ein selbstbestimmtes Lernen online zu verlagern. Außerdem bieten wir seither virtuelles Lernen an, bei dem die Teilnehmer mit anderen zusammenarbeiten und in Echtzeit von einem Schulungsleiter gecoacht werden. Dies erforderte eine massive und besonders schnelle Weiterbildung unserer Schulungsleiter und Co-Moderatoren.“

„Bei traditionellen Schulungen in Kursräumen, die von einem Schulungsleiter geführt werden, geht es vor allem darum, dass die Teilnehmer dem Schulungsleiter zuhören. In virtuellen Schulungen herrscht eine ganz andere Dynamik und die Ausbilder sind stärker gefordert. Diese Art des Lernens bedarf mehr Vorbereitung. Für die Sitzungen an sich ist häufig auch ein Co-Moderator erforderlich. Virtuelle Schulungen sind für die Teilnehmer außerdem effektiver, wenn sie in kürzeren Sitzungen über einen längeren Zeitraum verteilt stattfinden. Auch Schulungsteilnehmer oder -leiter, die im Homeoffice arbeiten, können eine Herausforderung darstellen.“

„Natürlich gibt es für bestimmte Arten von Schulungen keinen wirklich langfristigen Ersatz für das Präsenzlernen. Wir planen, für rund zwei Drittel unseres Portfolios virtuelle Schulungen beizubehalten und für das verbleibende Drittel auf Präsenzschulungen zurückzugreifen. Obwohl es uns gelungen ist, während des Lockdowns virtuelle Schulungen für Servicetechniker und Labormitarbeiter durchzuführen, haben wir für Fähigkeiten, die in der Praxis vermittelt werden müssen, sowie für Tätigkeiten an Spezialanlagen derzeit noch keinen zufriedenstellenden Ersatz für praktische Schulungen gefunden. Auch viele unserer Kunden benötigen praktische Schulungen und haben daher während der Pandemie teilweise Tetra Pak Servicetechniker in ihre Fertigungsstätten kommen lassen.“

„Wir haben im vergangenen Jahr ganz neu 90 % unserer bisher von Schulungsleitern geführten Kurse virtuell bereitgestellt. Jetzt können wir darauf aufbauend Inhalte für die virtuelle Bereitstellung entwickeln. Die Akzeptanz virtueller Schulungen hat sich durch die Pandemie drastisch erhöht. Dies ermöglicht es uns, unser nachhaltiges hybrides Schulungs- und Weiterbildungssystem deutlich auszubauen.“