Als wichtiger Akteur in der Lebensmittelindustrie arbeiten wir daran, die Umweltbelastung in jeder Phase der Wertschöpfungskette zu reduzieren. Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel sowie der Umgang mit Energiequellen und -intensität sind zentrale Themen für unser Unternehmen. Die Dekarbonisierung unseres globalen Lebensmittelsystems erfordert eine Verbesserung der Kohlenstoffbilanz. Daher ist es wichtig, sich auf vier vorrangige Bereiche zu konzentrieren: Verpackungen, eigene Betriebsabläufe, Betriebsabläufe von Kunden und Rohstoffe.

Gute Gründe für die Dekarbonisierung der Wertschöpfungskette

Ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den Klimawandel ist die Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Wenn wir die globale Erwärmung auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau halten möchten, sind tiefgreifende, rasche und nachhaltige Treibhausgasreduzierungen in allen Bereichen erforderlich.

Wir sind stolz darauf, zu den ersten 59 Unternehmen zu gehören, die sich der SBTi (Science Based Targets initiative)1 angeschlossen haben, damit unsere Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette durch die SBTi geprüft und unsere Netto-null-Pläne von der Initiative für gut befunden werden. Auf dieser Basis bauen unsere strategischen Ziele auf.

Unser von SBTi genehmigtes kurzfristiges Ziel, die Emissionen der Wertschöpfungskette bis 2030 um 46 % gegenüber dem Basisjahr 2019 zu reduzieren, und das Ziel von Netto-Null Treibhausgasemissionen in unseren Betrieben bis 2030 unterstützen unser langfristiges Vorhaben, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen.

Photovoltaikmodule

Unsere gesamte Wertschöpfungskette im Blick

Damit wir unsere Ambitionen und Ziele erreichen können, arbeiten wir an einer Reduktion unseres Umwelteinflusses in jedem Glied Wertschöpfungskette: im vorgelagerten Bereich (Upstream)2 in Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten, in unseren eigenen Betrieben und auch im nachgelagerten Bereich (Downstream)3 in Zusammenarbeit mit unseren Kunden und anderen Stakeholdern.

Upstream-Dekarbonisierung

Beschaffung von Rohstoffen

Unser Einfluss im vorgelagerten Bereich bezieht sich auf Waren und Dienstleistungen, die Tetra Pak einkauft, darunter Rohstoffe und Transport. Er macht 37 % der gesamten Emissionen in unserer Wertschöpfungskette aus. Um diese Emissionen zu reduzieren, arbeiten wir mit priorisierten Lieferanten zusammen, um deren Betriebe zu dekarbonisieren und neue, innovative Lösungen zu finden. Dazu gehört unter anderem die Verwendung von nachwachsenden, pflanzenbasierten Materialien in unseren Verpackungen. Dies umfasst auch die Verwendung von Papiertrinkhalmen, pflanzenbasierten Verschlüssen und Schutzschichten auf Papierbasis, die dazu beitragen, die Menge der Kohlenstoffemissionen (CO2) zu reduzieren. Darüber hinaus priorisieren wir die Beschaffung von Materialien bei Lieferanten mit geringeren Emissionen.
 

Reduzierung des Transportaufwands

Über Produktion und Distribution hinaus suchen wir auch nach Möglichkeiten, den Transportaufwand bei unseren Lieferanten zu reduzieren. Innovationen bei alternativen, leichten Kartonverpackungen auf Papierbasis ermöglichen beispielsweise ein effizienteres Stapeln und größere Lkw-Ladungen im Vergleich zu anderen Verpackungslösungen. Dies reduziert den Transport- und Betriebsauswand für unsere Kunden. Bei der Nutzung von Tetra Recart Verpackungen können beispielsweise bis zu 20 % mehr Einheiten pro Lkw transportiert werden.

Unsere eigenen betrieblichen Abläufe dekarbonisieren

Unsere Arbeit zur Reduzierung unserer Emissionen innerhalb unserer Betriebe bezieht sich auf alle Aktivitäten und Standorte, die im Bereich unserer Finanz- und Betriebslenkung liegen. Im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsagenda sind der Wechsel zu einer verstärkten Nutzung erneuerbarer Energiequellen und die Reduzierung unserer Energieintensität zentrale Themen für unser Unternehmen.

Sonnenenergie (PV) nutzen

Sonnenenergie (PV) nutzen

Im Einklang mit den im Jahr 2016 getroffenen RE100-Verpflichtungen haben wir unsere Bemühungen verstärkt, 100 % erneuerbare Energien in unseren Betrieben zu nutzen. Im Jahr 2023 konnten wir bereits 89 % erreichen. Wir haben unsere Investitionen in Ländern erhöht, die mit Herausforderungen bei der Beschaffung von erneuerbaren Energien konfrontiert sind und deren Stromnetze einen hohen CO2-Ausstoß verursachen. Dazu gehören Japan, Kenia, Saudi-Arabien und Taiwan. Außerdem haben wir unsere Photovoltaik-Kapazität (PV) vor Ort von 8,47 Megawatt im Jahr 2022 auf 12,7 Megawatt im Jahr 2023 erhöht. Dazu gehörte auch die Installation neuer PV-Anlagen in Spanien, Kenia, Vietnam und China. Wir haben Energiezertifikate in weiteren Ländern erworben, darunter Pakistan und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Mehr Elektrofahrzeuge

Mehr Elektrofahrzeuge

Wir wollen den CO2-Ausstoß reduzieren, indem wir unseren Fuhrpark umstellen. In der Praxis bedeutet das, dass wir vorhandene Fahrzeuge durch die sichersten und emissionsärmsten Modelle sowie durch Elektrofahrzeuge ersetzen, soweit diese verfügbar sind. Im Jahr 2023 waren 16 Länder an der Pilotphase beteiligt. Der CO2-Ausstoß konnte in Nord- und Südamerika um 8 %, im Asien-Pazifik-Raum um 7 % und in Europa, dem Nahen Osten und Afrika um 11 % reduziert werden. Außerdem haben wir die Verwendung von Flüssiggas in unserer Gabelstaplerflotte früher eingestellt. Diese Ausstiegsphase haben wir am Standort Denton in den USA abgeschlossen. In anderen Werken und Standorten haben wir Maßnahmen zur Routenoptimierung umgesetzt, um den Verbrauch fossiler Brennstoffe zu reduzieren, und setzen gleichzeitig unsere Bemühungen fort, schrittweise auf die Nutzung von Flüssiggas zu verzichten.

Höhere Energieeffizienz an unseren Standorten

Höhere Energieeffizienz an unseren Standorten

Die Common Energy Monitoring Platform (CEMP) bietet uns einen Echtzeitüberblick über unsere gesamte Energienutzung, die Energiekosten, die Energieproduktion sowie das Innen- und Außenklima und die Wetterdaten an all unseren Standorten. So können wir ermitteln, wo Energieeinsparungen möglich sind. In unseren Büros legen wir den Fokus auf eine erhöhte Energieeffizienz mit dem Ziel, den CO₂-Ausstoß der Gebäude zu reduzieren. Das erreichen wir unter anderem durch die verstärkte PV-Nutzung.

Verbleibende betriebliche Emissionen ausgleichen

Verbleibende betriebliche Emissionen ausgleichen

Im Rahmen unseres Engagements zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen haben wir darüber hinaus in ein branchenweit einzigartiges naturbasiertes Renaturierungsprogramm in Brasilien investiert: das Araucaria Conservation Programme. Im Rahmen des Projekts wird die Kohlenstoffbindung gemessen und so unser Ziel für Netto-null-Treibhausgasemissionen unterstützt, indem wir die verbleibenden CO2-Emissionen ausgleichen.

Downstream-Dekarbonisierung

Unterstützung unserer Kunden bei der Dekarbonisierung

Wir können unsere Kunden auf vielfältige Weise bei der Reduzierung von Emissionen unterstützen. Dazu gehören die Bereitstellung effizienter Anlagen und Betriebslösungen, die Entwicklung energieeffizienter Verarbeitungs- und Abfüllanlagen sowie die Modernisierung bestehender Anlagen. Um den Absatz unseres nachhaltigen Portfolios, das hauptsächlich aus Prozess- und Verpackungsanlagen besteht, zu steigern, haben wir einen internen Sustainability Sales Index eingeführt. Dieser hat den Umsatz der in das nachhaltige Portfolio aufgenommenen Verarbeitungsanlagen in den letzten drei Jahren verfolgt und wird 2024 auch den Umsatz aus Dienstleistungen und werksweiten Lösungen umfassen. So wird sich der Umsatz unseres nachhaltigen Portfolios bis 2030 verdoppeln.

Verringerung der Treibhausgasemissionen in Prozesslinien

So kombiniert unsere Best-Practice-Linie für Joghurt, die mit der OneStep-Technologie arbeitet, alle Schritte der Joghurtherstellung (Separation, Standardisierung, Mischen, Wärmebehandlung) in einem einzigen Schritt und ermöglicht so eine energieeffiziente Produktion mit geringem Strom- und Dampfverbrauch. Im Vergleich zu früheren Linien von Tetra Pak werden so Emissionen reduziert und Ressourcen eingespart.

Bewertung des Produktlebenszyklus

Um die Kohlenstoffbilanz unserer Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg zu verstehen, führen wir Lebenszyklusanalysen durch. Diese ermöglichen es uns, Verbesserungsbereiche zu identifizieren und Entscheidungen über Materialbeschaffung, Produktionsprozesse und Entsorgung zu treffen.

Unsere strategischen Ambitionen und Ziele für das Jahr 2030

Unsere Dekarbonisierungsmaßnahmen drehen sich um die Vermeidung und Reduzierung von Treibhausgasemissionen in der gesamten Wertschöpfungskette. Außerdem gleichen wir durch Kohlenstoffkompensation bei natürlichen Lösungen und anderen Initiativen nicht vermeidbare Restemissionen aus.

Zu unseren strategischen Ambitionen und Zielen für das Jahr 2030 gehören:

• Erreichen von Netto-null bei Treibhausgasemissionen in unseren Betrieben (Scopes 1 und 2 sowie Geschäftsreisen)6 und eine Reduzierung der Treibhausgase um 46 % in unserer Wertschöpfungskette (in Übereinstimmung mit dem SBTi-Bekenntnis zu 1,5 °C) gegenüber unserem Referenzwert7 für das Jahr 2019
• Beschaffung von 100 % Strom aus erneuerbaren Quellen für unsere Geschäftstätigkeit in Übereinstimmung mit den RE100-Verpflichtungen
• Reduzierung der Kohlenstoffbilanz unserer Best-Practice-Verarbeitungslinien um 50 % gegenüber dem Jahr 2019
• Reduzierung der Treibhausgasemissionen bei Lieferanten um 50 % durch Vorgeben von Maßnahmen zur Reduzierung der Klimabelastung bei gekauften Rohstoffen
• Zusammenarbeit mit Lieferanten, Kunden und anderen Stakeholdern, um bis 2050 das Netto-null-Ziel bei Treibhausgasemissionen in unserer gesamten Lieferkette (Scopes 1, 2, und 3)8 gegenüber unserem Referenzwert für das Jahr 2019 zu erreichen

1Die Science Based Targets initiative (SBTi) hilft Unternehmen dabei, sich realistische und wirkungsvolle Ziele bei der Emissionsminderung zu setzen, mit denen die schlimmsten Folgen des Klimawandels verhindert und gleichzeitig ein zukunftssicheres Geschäftswachstum gewährleistet werden sollen. Die Ziele gelten als „wissenschaftsbasiert“, wenn sie den aktuellen Klimaforschungsergebnissen und den Zielen des Übereinkommens von Paris entsprechen, also die globale Erwärmung auf 1,5 Grad gegenüber den vorindustriellen Werten halten sollen. Quelle: https://www.tetrapak.com/about-tetra-pak/stories/net-zero-science-based-targets

2 „Upstream“ bezeichnet die frühen Phasen der betrieblichen oder industriellen Abläufe, zum Beispiel Exploration und Förderung im Ölsektor. Dem steht das Konzept Downstream gegenüber. Quelle: https://www.dictionary.com/browse/upstream

3„Downstream“ bezieht sich auf den letzten Teil eines Prozesses oder Systems: https://www.dictionary.com/browse/downstream

4Grundmaterialien sind Materialien, die wir zur Fertigung der von uns an Lebensmittel- und Getränkehersteller verkauften Verpackungen benötigen. Dazu zählen Kartonagen, Polymere, Aluminiumfolie und Druckfarben.

5Verglichen mit den Werten für Best-Practice-Linien im Jahr 2019

6Scope 1 sind direkte Emissionen, die an unternehmenseigenen oder vom Unternehmen kontrollierten Quellen entstehen. Scope 2 sind indirekte Emissionen, die bei der Erzeugung der vom berichtenden Unternehmen gekauften Energie (Strom, Dampf, Heizung und Kühlung) entstehen. Scope 3 umfasst alle anderen indirekten Emissionen, die in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens anfallen.

7Die Zielvorgabe umfasst flächenbedingte Emissionen und Wegfälle von Bioenergierohstoffen.

8Scope 1 sind direkte Emissionen, die an unternehmenseigenen oder vom Unternehmen kontrollierten Quellen entstehen. Scope 2 sind indirekte Emissionen, die bei der Erzeugung der vom berichtenden Unternehmen gekauften Energie (Strom, Dampf, Heizung und Kühlung) entstehen. Scope 3 umfasst alle anderen indirekten Emissionen, die in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens anfallen.