SCHREIBEN DES CEO

„Mit einem starken, auf Nachhaltigkeit ausgelegten Fundament und dem Bestreben, den Wandel für mehr Nachhaltigkeit zu fördern, werden wir weiterhin Vorreiter für eine nachhaltige Zukunft sein und schützen, was gut ist: Lebensmittel, Menschen und den Planeten“, erklärt Adolfo Orive in seiner Einleitung zu unserem Nachhaltigkeitsbericht 2021.
Adolfo Orive

​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​Innovationen für nachhaltige Veränderungen​

Im Jahr 2020 stand die Welt vor enormen Herausforderungen, die die globale Ausbreitung des COVID-19-Virus mit sich brachte. Globale Maßnahmen umfassten wissenschaftsbasierte Innovation auf vielen Ebenen – von einer energischen politischen Reaktion über neue Arten der Organisation von Geschäftsprozessen bis hin zur Änderung unserer täglichen Gewohnheiten, um uns und unsere Familien zu schützen und unser mentales Wohlbefinden sicherzustellen. Die Pandemie hat durch tiefgreifende Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit verdeutlicht, dass der Planet, die Gesellschaft und die Wirtschaft nicht isoliert überleben können. Aus der Dringlichkeit wurden Möglichkeiten, Innovationen zu beschleunigen und uns und unseren Kunden zu helfen, das ins Wanken geratene Lebensmittelsystem zu stabilisieren. Darüber hinaus hat es uns in unserem Tun als Unternehmen bestärkt: dazu beizutragen, die Welt mit sicheren Lebensmitteln zu versorgen. Wir versprechen zu schützen, was gut ist: Lebensmittel, Menschen und den Planeten.

Während der Krise haben wir uns auf unsere Kernprioritäten konzentriert: den Schutz der Menschen, einschließlich unserer eigenen Mitarbeiter und der Mitarbeiter unserer Kunden und Stakeholder, sowie den Schutz von Lebensmitteln. Wir unterstützen Hersteller dabei, die kontinuierliche Versorgung mit Lebensmitteln aufrechtzuerhalten und den Zugang zu sicheren, nährstoffreichen und wohlschmeckenden Lebensmitteln auszuweiten. Allein im Jahr 2020 wurden über 77 Milliarden Liter Produkte in Tetra Pak Verpackungen verkauft. 

Die Pandemie hat uns daran erinnert, dass unsere Ernährungssysteme widerstandsfähiger werden müssen. Auch der Zugang zu Nahrungsmitteln muss sich angesichts eines weltweiten Anstiegs des Hungers verbessern. Unsere Verpackungslösungen haben sich dabei ebenso wie unsere Verarbeitungs- und Servicekapazitäten als entscheidend erwiesen. Wir konnten beispielsweise unsere Dairy Hub-Initiativen unter anderem in Albanien und im Senegal ausweiten, um 39.806 Landwirte zu unterstützen, darunter 98 % Kleinbauern. Darüber hinaus haben wir unser Verarbeitungsportfolio optimiert, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Außerdem haben wir unsere erste komplette Verarbeitungslinie für Weißkäse auf den Markt gebracht.

Innovationen im Bereich Ernährung waren ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Gemeinsam mit einem Kunden in Asien haben wir eine Lösung für die Verarbeitung ganzer Sojabohnen entwickelt, bei der das Okara – das als Nebenprodukt anfallende Fruchtfleisch der Sojabohnen – aufgefangen und für hochwertige, ballaststoffreiche Sojamilchgetränke verwendet wird, anstatt es wie bisher zu entsorgen. Wir haben neue digitale Technologien und Services eingeführt, um die Produkthaltbarkeit zu verlängern und Abfall zu reduzieren. Neben der Sicherstellung einer kontinuierlichen Lebensmittelversorgung während der Krise in Zusammenarbeit mit unseren Kunden bestand eine weitere Priorität darin, unsere Partnerschaften zu stärken, um 64 Millionen Schulkinder trotz der Pandemie mit Milch oder nahrhaften Getränken zu versorgen.

Gleichzeitig haben wir im vergangenen Jahr weitere Fortschritte beim Schutz des Planeten gemacht und die Entwicklung der nachhaltigsten Lebensmittelverpackung der Welt weiter vorangetrieben – eine Verpackung, die ausschließlich aus nachhaltig gewonnenen nachwachsenden oder recycelten Rohstoffen hergestellt wird und zudem vollständig recycelbar und klimaneutral ist.

Zudem konnten wir 2020 sowohl unsere Investitionen als auch unsere Kooperationen auf breiter Front deutlich verstärken, um dieses Ziel zu erreichen – mehr Partnerschaften ermöglichen schnellere Lösungen. Unser Ansatz ist auf den gesamten Lebenszyklus ausgerichtet und berücksichtigt Prinzipien des kollektiven Handelns. Daraus ergeben sich vier klare Bereiche für gemeinschaftliche Innovationen: Maximierung der Nutzung nachwachsender Rohstoffe und deren verantwortungsvolle Beschaffung zum Schutz der Artenvielfalt; Minimierung des CO2-Ausstoßes unserer eigenen Betriebe sowie der Auswirkungen unserer Wertschöpfungskette; Verbesserung des Zugangs zu sicheren Lebensmitteln bei gleichzeitiger Reduzierung von Lebensmittelverschwendung; sowie die Förderung einer aktiven Agenda zur Entwicklung nachhaltiger Recycling-Wertschöpfungsketten.

Nachwachsende und dekarbonisierende Rohstoffe 

Um die nachhaltigste Lebensmittelverpackung der Welt zu entwickeln, sind diverse bahnbrechende Entwicklungen erforderlich. Wir sind stolz, trotz der erheblichen Herausforderungen, große Fortschritte bei unserem Dekarbonisierungsziel gemacht zu haben. Wir waren das weltweit erste Unternehmen, das eine Verpackung auf den Markt gebracht haben, die vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen auf pflanzlicher Basis besteht. Im Jahr 2020 wurden über 1 Milliarde dieser Kartonverpackungen verkauft. Darüber hinaus haben wir seit der Einführung von Verpackungen für flüssige Lebensmittel im Jahr 2011 mehr als 12 Milliarden unserer bahnbrechenden Verschlüsse aus Polymeren auf pflanzlicher Basis produziert – und dabei mehr als 300.000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart. Unsere neuen verbundenen Verschlüsse sind zukünftig optional auch auf pflanzlicher Basis erhältlich. Dadurch erhöht sich der Anteil nachwachsender Rohstoffe in der Verpackung, was darüber hinaus Abfall reduziert.

Unsere erste Generation aluminiumfreier Verpackungslösungen steht bereits in den Supermarktregalen. Die schützende Aluminiumschicht wurde durch eine umweltfreundlichere Polymerfolie ersetzt. Dies verbessert die CO2-Bilanz der Verpackung um nahezu 25 %. Die Herstellungs- und Verarbeitungstechnologien, die dies ermöglichen, ebnen den Weg für zukünftige Entwicklungen mit einem deutlich erhöhten Anteil nachwachsender Rohstoffe. 

Ein weiterer Schlüsselfaktor für den Schutz unserer vernetzten Welt ist der Erhalt der biologischen Vielfalt. Wir tragen dazu durch eine verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung bei. Im Jahr 2007 haben wir Pionierarbeit bei der Einführung des FSC™-Zertifizierungssystems (Forest Stewardship Council™) in der Kartonindustrie für flüssige Lebensmittel geleistet. Im Jahr 2020 ist es uns gelungen, unseren Kunden 100 % unseres Endverpackungsmaterials FSC™-zertifiziert zur Verfügung zu stellen. Dies führt zu einer weiteren Stärkung unserer freiwilligen Zertifizierungsstandards, wie etwa Bonsucro – der ersten Zertifizierung der Branche für vollständig rückverfolgbare Polymere auf pflanzlicher Basis. 

Verantwortungsvolle Beschaffung muss Hand in Hand mit einer transparenten und wissenschaftlich fundierten Berichterstattung gehen. Daher nutzen wir führende Plattformen für die Nachhaltigkeitsbewertung, wie EcoVadis und CDP. Im Jahr 2020 wurden wir zum einzigen Unternehmen in der Kartonverpackungsbranche, das fünf Jahre in Folge die Leadership-Auszeichnung von CDP erhalten hat und gleich in zwei Kategorien in die renommierte A-Liste aufgenommen wurde: Klimaschutz-Maßnahmen und nachhaltige Forstwirtschaft.

Dekarbonisierung der Wertschöpfungskette 

Parallel zur Entwicklung unseres Verpackungsportfolios minimieren wir die Emissionen innerhalb unserer Wertschöpfungskette von der Rohstoffbeschaffung bis zum Ende des Verpackungslebenszyklus. Wir haben unser Klimaziel für 2020 erreicht und das Vorhaben übertroffen, unsere Emissionen trotz des Geschäftswachstums auf das Niveau von 2010 zu begrenzen. Tatsächlich konnten wir unsere Gesamtemissionen um 19 % senken.

Jetzt arbeiten wir auf ein noch ambitionierteres Ziel hin: die Reduzierung der Netto-Treibhausgasemissionen (THG) in unseren eigenen Betrieben bis 2030 auf null. Geplant ist, die Netto-Emissionen bis 2050 in der gesamten Wertschöpfungskette auf null zu reduzieren. Darüber hinaus glauben wir, dass es nicht ausreicht, Maßnahmen ohne klare Messungen voranzutreiben. Wissenschaftliche Daten haben uns geholfen, effektiv auf COVID-19 zu reagieren. Jetzt müssen wir diese Daten nutzen, um die Herausforderungen der Nachhaltigkeit weiter anzugehen. 2017 waren wir das erste Unternehmen in der Lebensmittelverpackungsindustrie, das seine Ziele zur Reduzierung der Klimabelastung von der Science Based Targets Initiative (SBTi) genehmigen ließ. Darüber hinaus haben wir für 2030 Ziele zur Emissionsreduzierung für die Scopes 1, 2 und 3 in Übereinstimmung mit dem SBTi-Bericht zu den Folgen einer globalen Erwärmung um 1,5 °C festgelegt. Dies ist laut neuester klimawissenschaftlicher Erkenntnisse erforderlich, um die schädlichsten Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern.

Erweiterung des Zugangs zu sicheren Lebensmitteln bei gleichzeitiger Reduzierung der Lebensmittelverschwendung 

Die Pandemie hat die Schwachstellen unseres globalen Ernährungssystems aufgezeigt. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, Lebensmittel zum richtigen Zeitpunkt dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden – und dass leistungsstarke Verpackungen und Verarbeitungsprozesse eine entscheidende Rolle spielen. Wir gehen davon aus, dass diese Thematik in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen wird. Es ist daher wichtig, den Zugang zu sicheren und nahrhaften Lebensmitteln für die wachsende Weltbevölkerung zu gewährleisten.

Auch wenn das Bewusstsein für den Klimanotstand in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen ist, fehlt es generell noch am Verständnis, wie eng der Schutz der Umwelt und der Zugang zu sicheren Lebensmitteln miteinander verbunden sind. Fakt ist, dass wir sie gemeinsam angehen müssen. Das weltweite Lebensmittelversorgungssystem ist für fast ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich1. Darüber hinaus geht etwa ein Drittel aller produzierten Lebensmittel verloren oder wird verschwendet2. Auch dies trägt mit 8 % der globalen Treibhausgasemissionen maßgeblich zur CO2-Bilanz bei3. Anders ausgedrückt ist die Lebensmittelverschwendung der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasemissionen der Welt. Die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung durch unsere Verarbeitungs- und Servicelösungen ist daher ein entscheidender Beitrag zur Bewältigung der Klimakrise. Gemeinsam mit Kunden arbeiten wir im Rahmen des Zero Waste-Projekts an innovativen Entwicklungen, um Abfall am Produktionsort zu vermeiden. Es besteht jedoch generell ein dringender Handlungsbedarf seitens der Industrie, der Regierungen und der Gesellschaft, um den Zwiespalt zwischen dem steigenden Lebensmittelkonsum und der Schonung der natürlichen Ressourcen – hinsichtlich Verpackungsabfällen und Lebensmittelabfällen gleichermaßen – zu lösen.

Beschleunigung von Recycling und Kreislaufwirtschaft 

Zusammenarbeit und Partnerschaften sind insbesondere für das Recycling wichtig, das einen wesentlichen Faktor der kohlenstoffarmen Kreislaufwirtschaft ausmacht. Wir arbeiten seit vielen Jahren an der Entwicklung einer weltweiten Sammel- und Recyclinginfrastruktur. Diese Pionierarbeit hat entscheidend dazu beigetragen, die Zahl der Recyclingbetriebe für Kartonverpackungen weltweit zu erhöhen. Mittlerweile verfügen wir über mehr als 170 Standorte. Die Anzahl unserer für das Recycling gesammelten Kartonverpackungen ist von 32 Milliarden im Jahr 2010 auf 49 Milliarden im Jahr 2020 gestiegen. 

Auch 2020 haben wir aktiv zu den wichtigsten Initiativen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und der Recyclingindustrie beigetragen. So sind wir zum Beispiel ein stolzes Mitglied der Consumer Goods Forum Plastic Waste Coalition for Action, der 40 der weltweit führenden Marken und Einzelhändler angehören. Wir sind Mitglied in allen Workstreams, einschließlich Verpackungsdesign, Extended Producer Responsibility (EPR, erweiterte Produzentenverantwortung) und chemisches Recycling. Neben dem Ausbau der Sammel- und Recyclinginfrastruktur haben wir Sensibilisierungsprogramme gefördert und zusätzliche Marktchancen für recycelte Materialien geschaffen. All das ist Teil unseres Ziels, eine Welt zu schaffen, in der alle Verpackungen gesammelt, recycelt und niemals zu Müll werden. 

Im Jahr 2020 haben wir eine große globale Kommunikationskampagne gestartet, mit dem Motto: Natürlich. Karton. Durch die Förderung der Debatte über nachhaltige Verpackungen und die transparentere Darstellung unseres Ansatzes unterstreichen wir damit unsere Überzeugung, dass nachhaltige, leistungsstarke Verpackungen entscheidend sind, um den Klimawandel einzudämmen, Umweltprobleme anzugehen und gleichzeitig eine wachsende Bevölkerung zu ernähren.

Zu diesem Zweck haben wir den weltweit ersten externen Nachhaltigkeitsbeirat mit sechs Key Opinion Leadern bzw. Influencern aus der ganzen Welt gegründet. Sie unterstützen uns bei der Gestaltung unserer Nachhaltigkeitsagenda und unserer zukünftigen Planung, um sicherzustellen, dass wir externe Herausforderungen meistern und gleichzeitig lernen und uns anpassen können, sodass wir weiterhin zu einer besseren Zukunft beitragen. Vor rund 70 Jahren haben wir mit unseren Technologien und Lösungen die Spielregeln geändert, um Lebensmittel überall sicher und verfügbar zu machen. Angesichts der aktuellen Klimakrise und der potenziellen Herausforderungen für die Ernährungssicherheit muss sich die Branche jedoch erneut deutlich weiterentwickeln. Mit einem starken, auf Nachhaltigkeit ausgelegten Fundament und dem Bestreben, die Transformation zu mehr Nachhaltigkeit anzuführen, werden wir weiterhin Vorreiter für eine nachhaltige Zukunft sein und schützen, was gut ist: Lebensmittel, Menschen und den Planeten.

Adolfo Orive

President und CEO von Tetra Pak


1. http://www.fao.org/news/story/en/item/1379373/icode/
2. http://www.fao.org/3/mb060e/mb060e.pdf
3. Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (UN FAO), Lebensmittelverschwendung, CO2-Bilanz und Klimawandel

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