Lausanne, Schweiz, 7. April 2026 – Die Modernisierung bestehender Prozessanlagen für die Milchverarbeitung kann laut einer neuen Studie von Tetra Pak die Treibhausgasemissionen je nach Linientyp um 40 bis 49 %1 reduzieren. Wichtig ist, dass diese Reduzierungen nicht zwingend eine vollständige Erneuerung der Linie erfordern und mit Lösungen erreicht werden können, die bereits auf dem Markt verfügbar sind. Die Studie untersuchte außerdem, wie die Optimierung bestehender Anlagenlinien erhebliche Reduzierungen von Emissionen, Produktverlusten und Betriebskosten ermöglichen kann.
Das neue Dairy Processing Impact Assessment, das vom Carbon Trust unabhängig geprüft wurde, verwendet eine Methodik, die an führenden internationalen Rahmenwerken für vermiedene Emissionen ausgerichtet ist.2 Es quantifiziert die potenziellen Gewinne durch die Aufrüstung bestehender Verarbeitungslinien für flüssige Milchprodukte.3 Die Studie vergleicht Best-Practice-Linien aus dem Jahr 2019 mit den potenziellen Emissionseinsparungen basierend auf einer modellierten weltweiten Einführung von aufgerüsteten Linien im Jahr 2025.
Die globale Milchindustrie spielt eine entscheidende Rolle in den weltweiten Lebensmittelsystemen, da sie sowohl die Lebensmittel- und Getränkeversorgung als auch Existenzgrundlagen sichert. Gleichzeitig verbraucht sie erhebliche Mengen an Wasser und Energie und war im Jahr 2023 für 2,7 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich.4 Dieser Kontext eröffnet jedoch zugleich erhebliche Chancen. Durch die Optimierung bestehender Verarbeitungslinien mit bereits auf dem Markt verfügbaren Lösungen können Hersteller von Milchprodukten ihre Effizienz steigern, Kosten senken und ihre Umweltleistung verbessern – ohne auf neue Technologien warten oder komplette Linien ersetzen zu müssen. Diese bewährten Verbesserungen eröffnen eine praktische und sofort umsetzbare Möglichkeit, Molkereibetriebe widerstandsfähiger und ressourceneffizienter zu machen.
Die Studie zeigt, dass die Modernisierung bestehender Anlagen erhebliche Effizienzsteigerungen ermöglicht, darunter durchschnittliche Reduzierungen von 47 % bei den Treibhausgasemissionen, 45 % beim Wasserverbrauch und 57 % bei den Produktverlusten.5 Würden diese Modernisierungen weltweit in der Milchproduktion umgesetzt, könnten potenzielle globale CO₂-Einsparungen von bis zu 12,7 MtCO₂e erzielt werden – das entspricht der Stilllegung von drei Millionen Autos.6 Die Einführung von Lösungen zur Wassereinsparung und -rückgewinnung, etwa in Form von fortschrittlichen Filtrations- und Cleaning-in-Place-(CIP)-Systemen, könnte den Wasserverbrauch in Milchverarbeitungslinien weltweit um bis zu 455 Mio. m³ pro Jahr senken.
Rodrigo Godoi, Vice President, Processing Portfolio Management bei Tetra Pak, erklärt: „Für viele Hersteller von Milchprodukten ist es eine tägliche Herausforderung, die Effizienz zu steigern und gleichzeitig die Kosten im Griff zu behalten. Unsere Studie zeigt, dass sich durch praxisnahe Verbesserungen bestehender Linien Energieverbrauch, Wasserverbrauch und Produktverluste reduzieren lassen. Dadurch können Kunden ihre Leistung steigern und die Gesamtbetriebskosten senken, ohne größere Betriebsunterbrechungen in Kauf nehmen zu müssen.
„Mit unterstützenden politischen Rahmenbedingungen und gezielten finanziellen Anreizen lassen sich diese Verbesserungen darüber hinaus noch weiter skalieren. So können Hersteller von Milchprodukten Hürden bei Anfangsinvestitionen überwinden und Fortschritte im gesamten Milchsektor beschleunigen.“
Die Ergebnisse der Analyse unterstreichen den Beitrag, den Verbesserungen bestehender Verarbeitungslinien zu stabileren und widerstandsfähigeren Lebensmittelsystemen leisten können. Die Reduzierungen können von Tetra Pak durch eine Reihe bereits auf dem Markt verfügbarer Upgrades für bestehende Linien unterstützt werden, darunter:
Veronika Thieme, Associate Director Europe beim Carbon Trust, erklärt: „Unsere Lebensmittelsysteme bieten erhebliche Potenziale zur Dekarbonisierung. Die Ermittlung vermiedener Emissionen veranschaulicht auf wirkungsvolle Weise, welche CO₂-Einsparungen diese Lösungen ermöglichen können. Durch die Quantifizierung der Emissionen, die die Agrarindustrie durch neue Lösungen vermeiden kann, schaffen wir die notwendige Datengrundlage, um diese im größeren Maßstab einzuführen.“
Pressekontakte
Tetra Pak Pressekontakt:
Henry Stout
Tetra Pak
henry.stout@tetrapak.com
1 Basierend auf einem Ansatz zu vermiedenen Emissionen bzw. Netto-Kohlenstoffauswirkungen, bei dem Best-Practice-Linien von Tetra Pak aus dem Jahr 2019 mit modernisierten Linien im Umsetzungskontext des Jahres 2025 verglichen wurden.
2 Die umfassende, unabhängig geprüfte Studie verglich Best-Practice-Linien von Tetra Pak aus dem Jahr 2019 mit modernisierten Linien im Umsetzungskontext des Jahres 2025. Die Studie orientierte sich an führenden Frameworks, darunter die Avoided Emissions Guidance des World Business Council for Sustainable Development sowie die Net Carbon Impact Methodology der European Green Digital Coalition. Die energiebezogenen Einsparungen bei den Treibhausgasemissionen wurden vom Carbon Trust geprüft.
3 Verarbeitungs- und Abfülllinien für pasteurisierte Milch, fermentierten Joghurt sowie indirekt und direkt erhitzte UHT-Milch.
4 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37747649/
5 Vergleiche beziehen sich auf die Best-Practice-Linien von Tetra Pak aus dem Jahr 2019 und sind nicht als breiterer Branchenmaßstab gedacht. Die Ergebnisse basieren auf modellierten Best-Practice-Szenarien und variieren je nach geografischer Region und standortspezifischer Umsetzung, insbesondere bei einer Einführung über Tausende von Linien hinweg.
6 Verglichen mit den Werten für Best-Practice-Linien im Jahr 2019 Die Zahlen stellen potenzielle Einsparungen auf Grundlage einer modellierten weltweiten Einführung im Jahr 2025 dar. Dabei handelt es sich um konservative Schätzungen, da die Emissionen der Lösungen berücksichtigt werden und Einsparungen bei Wasser oder Produktverlusten bislang noch nicht in vermiedene Emissionen umgerechnet wurden. Basierend auf dem Greenhouse Gas Equivalencies Calculator der United States Environmental Protection Agency: https://www.epa.gov/energy/greenhouse-gas-equivalencies-calculator