Traditionelle Mayonnaise ist eine Öl-in-Wasser-Emulsion mit einem Anteil von 65–80 % Pflanzenöl, 5–8 % Eigelb sowie einer gewürzten Wasserphase. Letztere umfasst in der Regel Essig, Senf, Salz und Zucker. Das Öl liegt in Form dispergierter Tröpfchen mit einer durchschnittlichen Größe von 2–10 Mikrometern vor.
Verbraucher verlangen kalorienreduzierte Produkte mit dem gleichen Geschmack und Mundgefühl wie die klassischen Varianten. Wird der Ölgehalt in Mayonnaise reduziert, führt dies zu einer geringeren Packungsdichte der dispergierten Öltröpfchen – mit entsprechend verringerter Viskosität und Textur. Um Viskosität und Textur zu verbessern, können der Wasserphase verschiedene Verdickungs- und Geliermittel zugesetzt werden. Häufig wird Stärke eingesetzt, daneben sind auch andere Hydrocolloide üblich.
Viele Verbraucher haben eine klare Vorstellung davon, was „gute“ Mayonnaise ist – und diese Vorstellungen unterscheiden sich weltweit erheblich. Diese Einschätzungen lassen sich jedoch nur schwer mit messbaren Qualitätsparametern verknüpfen. Für Hersteller wird die Qualität von Mayonnaise häufig durch eine Kombination aus sensorischen Bewertungen und Laboranalysen beschrieben. In der Werbung und auf Etiketten werden Texturmerkmale von Mayonnaise oft mit Begriffen wie „cremig“, „glatt“ oder „dick“ hervorgehoben. Tatsächlich beeinflusst die Textur das Esserlebnis über das visuelle Erscheinungsbild, das Gefühl bei der Handhabung und das Mundgefühl.
Mayonnaisehersteller müssen in der Lage sein, die Qualität jeder einzelnen Charge zu kontrollieren. Neben einem sensorischen Prüferpanel, das Parameter wie Aussehen, Textur und Mundgefühl bewertet, werden auch Laboranalysen auf rheologischer Basis durchgeführt. Dabei handelt es sich um die Untersuchung des Fließ- und Deformationsverhaltens von Materialien mit sowohl festen als auch flüssigen Eigenschaften unter Krafteinwirkung.
Ein zentrales Element der Mayonnaiseherstellung ist die Emulgierung, zu der auch das Aufspalten der Öltröpfchen gehört. Ein Öltröpfchen wird dann aufgebrochen, wenn die auf es wirkenden fragmentierenden Spannungen die stabilisierenden Spannungen, die der Verformung des Tröpfchens entgegenwirken, übersteigen – und dies über einen bestimmten Zeitraum hinweg.
Hochleistungsmischer wie schnelllaufende Rotor-Stator-Mischer oder Kolloidmühlen werden häufig eingesetzt. Die Energie dieser Geräte wird in einem relativ kleinen Produktvolumen abgeleitet, was zu hohen lokalen Energieableitungsraten und damit zu kleinen Öltröpfchen führt. Diese Mischer können auf unterschiedliche Weise mit oder in Mischtanks kombiniert werden, und das gesamte Mischsystem kann sowohl für die Batch- als auch für die kontinuierliche Produktion ausgelegt werden.
Die Qualitätsmerkmale von Mayonnaise werden nicht nur durch Art und Zusammensetzung der Zutaten beeinflusst, sondern auch durch den eingesetzten Anlagentyp, die Prozessparameter und den Produktionsmaßstab.
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