Vier Eiscreme-Trends – und was diese für Sie als Hersteller bedeuten

Der sich schnell ändernde Geschmack der Verbraucher bei Eiscreme hat Auswirkungen auf die Produktion. Für Hersteller ist es wichtig, mit dem Markt Schritt zu halten und die sich wandelnde Nachfrage zu befriedigen. Wir betrachten vier weltweite Schlüsseltrends bei Eiscreme und untersuchen, wie Sie sich diese zunutze machen können.
Zwei Mädchen essen draußen Eis am Stiel

1. Genuss: voller Geschmack, aber nicht zu üppig

Eiscreme: Ein Wort, das die Geschmacksknospen der Verbraucher auf Hochtouren bringen kann. Denn ist Eiscreme nicht ein Moment des Luxus, ein glückseliges, delikates Vergnügen, das man bis zum letzten Bissen genießen sollte?

Genuss steht bei modernen Eiskonsumenten im Vordergrund. In China sind mehr als drei Viertel der Eiskonsumenten bereit, für leckere Eiscreme mehr zu bezahlen(1).

Die Hersteller reagieren auf diese Marktkräfte, indem sie ihre Produkte „premiumisieren“ – diese werden üppiger, schmackhafter und cremiger. Die Premiumisierung beinhaltet heute das Hinzufügen innovativer Geschmacksrichtungen und moderner Zusammenstellungen, um ein neues und luxuriöses Geschmacks- und Esserlebnis zu liefern.

Eiscreme mit Schoko-, Nuss- oder Kuchenstückchen sowie anderen Leckereien ist ein stark wachsender Premium-Trend. Auch aufwendigere Designs wie Swirls, mehrere Schichten und raffinierte Formen sind angesagt.

Wichtig bei der Entwicklung Ihrer Produkte ist, dass die neuen Zutaten mit Ihrer Eiscremebasis harmonieren. Maßgebend ist laut Per Henrik Hansen, Tetra Pak Innovation Manager, das Gesamterlebnis der Verbraucher. „Wenn Sie einem bereits üppigen Produkt zusätzlich Spezialzutaten hinzufügen, könnte die Eiscreme zu reichhaltig werden“, erklärt er.

Premium-Eiscreme hat in der Regel einen Fettgehalt von etwa 15-16 % und ist relativ dicht, d. h. es enthält relativ wenig Luft. Durch das Hinzufügen von Zutaten wie Keks- oder Schokostückchen oder salziger Karamell-Soße erhalten Sie zwar ein raffinierteres Produkt, erhöhen aber auch den Fettgehalt. Dies kann selbst für Verbraucher, denen Genuss über alles geht, zu reichhaltig und schwer sein.

Die Lösung Erwägen Sie, das Rezept anzupassen, um die Eiscremebasis etwas leichter zu machen.

„Sie können dies erreichen, indem Sie den Fettgehalt beispielsweise auf 12 % bis 13 % reduzieren und den Luftaufschlag während des Produktionsprozesses erhöhen“, erklärt Hansen. „Dies erhöht die Leichtigkeit und schafft einen Ausgleich für die hinzugefügten Spezialzutaten oder die Extra-Schokoladenschicht.“

Indem Sie den Luftaufschlag und den Fettgehalt der Eiscremebasis anpassen und zudem den Umfang der zusätzlichen Zutaten begrenzen, stellen Sie ein nicht zu reichhaltiges, aber dennoch köstliches Genusserlebnis sicher.

Draufsicht von Behältern mit Eiscreme an einem Marktstand Altea, Spanien

2. Komfort: Wie man das Tropfen verhindert

Eiscreme ist ein Klassiker für unterwegs. Die Menschen lieben es, an Sommertagen Eiscreme im Hörnchen oder am Stiel zu kaufen und den kühlen Snack beim Schlendern zu genießen.

Aber Komfort ist nicht nur eine Frage der Transportfähigkeit. Verbraucher legen heute größeren Wert auf Sauberkeit - und achten angesichts COVID-19 verstärkt auf Hygiene. Ein Premium-Stieleis, das den Smartphone-Bildschirm verschmiert oder auf Kleidung oder den Autositz tropft, kann schnell an Attraktivität verlieren.

Daher empfiehlt es sich für Produzenten, die im Produkt verwendete Schokolade zu optimieren. Schokoladenglasuren brechen leicht. Dies können Sie jedoch durch eine entsprechende Formulierung der Schokolade vermeiden.

"Durch eine Anpassung der Rezeptur für die Glasur lässt sich eine köstliche und sehr hochwertige Schokolade erzielen, die bei Verzehrtemperatur etwas weicher ist, damit sie nicht bricht und herunterfällt", rät Per Henrik Hansen von Tetra Pak.

Das Schokoladenrezept ist ein wichtiger Punkt. In Zusammenarbeit mit Ihrem Schokoladenlieferanten können Sie die Eigenschaften der Schokolade ändern, ohne den Geschmack oder das Genusserlebnis zu beeinträchtigen.

Komfort ist auch eine Frage der Größe. Bei einem größeren Produkt ist die Gefahr höher, dass es schmilzt, ehe es aufgegessen wurde, als bei einem kleineren. Eiscreme im Becher ist im Vergleich zu Stieleis einfacher zu essen, ohne zu tropfen oder zu verschmieren. Es kann sinnvoll sein, Becher für Ihre Produkte zu verwenden oder Beutel in Betracht zu ziehen, die als Verpackungsform für Eiscreme Potenzial haben.

Das Schmelzproblem kann durch Emulgatoren und Stabilisatoren gelöst werden, die zur Herstellung tropffreier Produkte beitragen. Hier kann es jedoch zum Konflikt mit Ihrem Eiscremekonzept kommen: Es ist schließlich weniger ein Nachtisch als ein Produkt, das gerne im Freien verzehrt wird.

„Es gab bereits verschiedene tropffreie Eiscremeprodukte für Kinder, die nicht so erfolgreich waren“, warnt Hansen. „Letztendlich sollte sich Eiscreme wie Eiscreme verhalten.“

Lebensmittelhintergrund: Draufsicht auf selbstgemachtes Beeren-Joghurt-Eis am Stiel mit gefrorenen schwarzen Johannisbeeren und Blutorangenscheiben auf rustikalem grauem Tisch

3. Gesundheit: Eiscreme, die guttut

Gesunde Ernährung ist ein weltweiter Trend, und moderne Verbraucher sind ständig auf der Suche nach gesünderen Alternativen. Wer einen gesunden Lebensstil anstrebt, entscheidet sich zunehmend für naturbelassene Lebensmittel, die es ermöglichen, die eigenen Wellnessziele zu erreichen.

Das gilt auch für Eiscreme. Viele Hersteller befassen sich bereits mit der Entwicklung von "Better-for-you"- Rezepturen. Die Herausforderung besteht darin, gesündere Eiscreme herzustellen, ohne deren Geschmack und Textur zu beeinträchtigen.

Kann Eiscreme ein köstlicher UND gesunder Genuss sein? Definitiv!

Eine Möglichkeit besteht darin, gesunde Zutaten wie Obst und Protein hinzuzufügen. „Es ist möglich, ansprechende Produkte mit hohem Fruchtanteil zu kreieren, die relativ kalorienarm sein können. Hier gibt es viele Möglichkeiten“, erklärt Per Henrik Hansen von Tetra Pak.

Die Anreicherung von Eiscreme mit Prä- oder Probiotika oder die Verwendung von Milchalternativen auf Pflanzenbasis anstelle von Kuhmilch können Sorten hervorbringen, die besser für die Darmgesundheit sind. Durch die Zugabe von Protein kann Eiscreme vom reuevollen Naschprodukt zur attraktiven Belohnung nach dem Training werden.

Beim Genuss sollte laut Hansen möglichst kein Kompromiss eingegangen werden. Immerhin geben 45 % der Verbraucher von gefrorenen Leckereien in den USA an, dass Eiscreme ihr liebster Genuss ist(2).

„Genuss ist die Essenz von Eiscreme. Ohne kann man genauso gut etwas anderes essen“, betont Hansen.

„Eiscreme kann genussvoll und reichhaltig oder aber genussvoll und erfrischend sein – und Erfrischung und Gesundheit passen gut zusammen“, fügt er hinzu.

Viele gesunde Inhaltsstoffe erfordern Fachkompetenz und ausgiebige Tests. Sprechen Sie am besten mit einem fachkundigen Lieferanten, um Produkte zu entwickeln, die Ihrer Vision für das Segment entsprechen.

Hörncheneis mit drei verschiedenen Geschmacksrichtungen

4. Ethisch: Die Herausforderungen von Milchalternativen auf Pflanzenbasis

Eiscreme ist ein genussvolles Vergnügen. Verbraucher wünschen sich außerdem zunehmend Sorten, die gut für den Planeten sind oder zumindest eine geringere Umweltbelastung darstellen.

Hersteller nutzen diesen Trend, indem sie lokal produzierte, fair gehandelte, vegane und biologische Eiscreme und Sorten anbieten, die mit weniger Plastikverpackungen auskommen und klimaverträglicher sind.

Heute sind 6 % der neu eingeführten Eiscreme Bio-Produkte, doppelt so viele wie vor zehn Jahren(3). Milchalternativen auf Pflanzenbasis, die eine bessere Kohlenstoffbilanz als Kuhmilch haben, erfreuen sich eines soliden Wachstums.

Viele moderne Eiscremes auf pflanzlicher Basis sind außergewöhnlich gut. Aber wie Per Henrik Hansen erklärt, kann auch leicht etwas schieflaufen. Dies liegt daran, dass das für traditionelle Eiscreme verwendete Milchpulver ein hoch standardisiertes, genau definiertes Produkt ist. Milchalternativen auf Pflanzenbasis hingegen variieren stark nicht nur zwischen den Sorten, sondern auch zwischen den Anbietern. Beim Haferdrink als Milchalternative gibt es zum Beispiel oft starke Unterschiede.

„Da diese Milchalternativen weniger generisch und standardisiert als Kuhmilch sind, müssen Sie sich möglicherweise genauer mit Ihrem Lieferanten abstimmen und sich bewusst sein, dass es Unterschiede zwischen den Lieferanten gibt“, erklärt Per Henrik Hansen.

„Mein Rat ist, Ihre Eiscremerezeptur in Zusammenarbeit mit dem Lieferanten für dessen spezielle Milchalternative auf Pflanzenbasis zu optimieren. Es ist auch unbedingt erforderlich, das Produkt im halbindustriellen Maßstab mit echten Eiscremefreezern zu testen, um genau herauszufinden, welche pflanzlichen Rohstoffe sich wie kombinieren lassen.“

Bei der Verpackung sind laut Hansen Optionen mit verringerter Klimabelastung und reduziertem Kunststoffanteil auf dem Vormarsch. „Es gibt bereits viele gute Alternativen auf dem Markt, die man nur zu nutzen braucht. Pappbecher sind seit vielen Jahren auf dem Markt und haben eine geringere Umweltbelastung als Kunststoff. Löffel können aus Zuckerrohr oder Holz hergestellt werden. Halten Sie es am besten einfach und sprechen Sie mit Ihrem Material- und Anlagenlieferanten.“

Quellen:

(1) Mintel: A year of innovation in ice cream 2018

(2) Mintel: A year of innovation in ice cream 2018

(3) Mintel Insight “Organic ice cream must evolve” February 2020